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Trans(Re)Formation – Klöster und Kirchen als Orte der Erneuerung?

Entlaufene Nonnen, rebellische Mönche, Klostergut, das an das Volk oder an seine Herrscher verteilt wird. Das Kloster als Hort der Unterdrückung und Rückständigkeit - so oder ähnlich sieht das Bild aus, das die traditionelle Reformati­onsgeschichtsschreibung bis zum 500. Jubiläumsjahr 2017 häufig gemalt hat.

Luther und Hunderte von Mönchen und Nonnen haben ab den 1520er Jahren die Klöster verlassen. Das Klosterleben hat durch die Reformation seine wichtige Stellung in der Gesellschaft eingebüßt und ist, zumindest in den protestan­tisch geprägten Ländern, zu einem Randphänomen geworden. Die Beurteilung des Klosterlebens hängt aber direkt mit der Perspektive zusammen, in der die Reformation traditio­nell gedeutet wurde. Sie galt über Jahrhunderte hinweg als eine Epochenwende vom „finsteren" Mittelalter zur Moderne. Der Übergang vom Mittelalter zur Frühen Neu­zeit wird heute jedoch eher als langer Prozess der Trans­formation aufgefasst.

,,Trans(Re)Formation" nimmt diese Betrachtungsweise auf. Es stehen somit nicht der Bruch, die Polemik und der Kampf gegen das Kloster im Vordergrund, sondern sein reformeri­sches Potential. Waren die Klöster nicht Orte, die besonders geeignet waren, um religiöse Reformbewegungen zu initiieren?


Wittenberg

Die Reformation betraf das Alltags- und das Glaubensleben vieler Menschen. Die Feier des Gottesdienstes, christliche Traditionen und Rituale wurden überdacht. Kirchenräume sind daher besonders dazu geeignet, die Aneignung der reformatorischen Neuerungen zu verdeutlichen. Manche Kirchenräume wurden massiv verändert, andere zeigen hin­gegen, welch starke Kontinuitäten es zum Herkömmlichen gab.

„Trans(Re)Formation" ist ein grenzüberschreitendes Projekt im deutsch-niederländischen Grenzgebiet, denn der Nord­westen war im 16. Jahrhundert ein gemeinsamer Kultur-, Sprach-und Wirtschaftsraum. Drei Ausstellungen im Museum Klooster ter Apel, in der Johannes a Lasco Bibliothek in Emden und in der Klosterstätte lhlow beschäftigen sich mit den Entwicklungen und der Bedeutung der Klöster in der Reformationszeit. Dazu kommen Erkundungsrouten zu ausgewählten Kirchen in Groningen und Ostfriesland. Die Ausstellungen und die einzelnen Kirchen werden in einer gemeinsamen Broschüre vorgestellt. Zu erhalten ist sie an den Ausstellungsorten und im Onlineshop der Stichting Oude Groninger Kerken: (https://www.groningerkerken.nl/winkel_ps/index.php)

Wir wünschen Ihnen eine interessante Entdeckungsreise.


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Ausstellungseröffnung 26. August